Ideen zum Naturverständnis

Ideen zum Naturverständnis

Jetzt, wo meine Lieblingsjahreszeit sich von ihrer schönsten Seite zeigt und ich
tatsächlich ein paar Tage hatte, in denen ich verschnaufen konnte, kamen mir ein paar
Gedanken zu unserem gesellschaftlichen Naturverständnis, die ich heute gerne mit Euch
teilen würde. Woher kommt eigentlich dieser Begriff der Natur und was bedeutet er?

“Natur (lateinisch natura von nasci „entstehen, geboren werden“, griech. semantische
Entsprechung φύσις, physis, vgl. „Physik“) bezeichnet in der Regel das, was nicht vom
Menschen geschaffen wurde. “
– heißt es so schön im dazugehörigen Wikipedia-Beitrag.

Räumlich musste natürlich erst ein Gegensatz geschaffen werden, um “raus” in die Natur
gehen zu können. Und um dieser Frage näher zu kommen, muss man geschichtlich etwas
zurück greifen.
Im Mittelalter wurde das Konzept Gott etabliert, in der Bibel steht: “Macht Euch die Erde
untertan”, auch Dominium terrae (lat. für „Herrschaft über die Erde“) genannt. Somit
haben wir ein Verständnis von Gott, Natur und dem Menschen. Die Renaissance stellt den
Menschen in den Mittelpunkt und der viel zitierte Theoretiker René Descartes kommt mit
der Theorie auf, dass nur das menschliche Wesen einen Geist besitze und somit über der
Natur stehe.

“Raus in die Natur gehen”

Damit man nun aber “raus” in die Natur gehen kann, braucht man den räumlichen
Unterschied – den des Urbanen, welcher sich mit dem Aufkommen der Industrialisierung
entwickelt. In dieser Zeit wurde Natur auch zunehmend romantisiert, als etwas
Verbindendes und Ruhendes, Nachdenkendes. Caspar David Friedrich - witzigerweise ein
Maler der Romantik dessen Bildmotive auch heute wieder oft aufgegriffen wird und
besonders gerne unter dem #wanderlust zu finden ist: Der nachdenkende Mensch, der
meist von hinten dem Wilden der Natur gegenübersteht. Wenn ihr gerade nicht wisst, was
ich meine, googlet mal nach: Wanderer über dem Nebelmeer, 1818.
Kommen wir zurück zu meinem Alltag. In der Großstadt ist es oft schwierig, mal kurz
abzuschalten, die Ruhe der Natur zu finden. Meine kleinen Ausflüge aufs Brandenburger
Land der letzten Wochenenden machten mir wieder bewusst, welche Lebensqualität man
doch hat, (wenn man es denn überhaupt genießt,) Seen, Wälder und Flüsse in
unmittelbarer Nähe zu haben. Besonders jetzt, wo die Blätter sich färben und auf den
urbanen Randsteinen sammeln, wird mir bewusst, wie oft ich nicht in der Natur bin,
sondern in meiner Großstadtblase schwebe.
Und mit diesem Gedanken schicke ich etwas neidische Grüße in die Heimatstadt mit
einer kleinen Erinnerung an alle AugsburgerInnen, wie schön es sein kann, etwas Natur
vor der Haustür zu haben.
Quellen:
Wikipedia: Natur https://de.wikipedia.org/wiki/Natur
Wikipedia: René Descartes https://de.wikipedia.org/wiki/René_Descartes

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