Das achtsame Badezimmer

Das achtsame Badezimmer.

"Die Unordnung im Zimmer entspricht der Unordnung im Herzen."
– Japanisches Sprichwort


Fast niemand von uns lebt losgelöst von materiellen Dingen. Manchmal mag sogar genau
das Gegenteil den Anschein geben: Viele leben in einer Realität, die von Dingen dominiert
ist. Dabei ist die Beziehung zur materiellen Welt keineswegs nur oberflächlich.
Dinge können Emotionen in uns auslösen und das auf verschiedensten Ebenen.
Das eine Schmuckstück erinnert mich an die Freundin, die es mir geschenkt hat. Meine
Schatulle, die ich auf dem Flohmarkt erbeutet habe, vermag mir ein Schmunzeln ins
Gesicht zu zaubern, weil mich ihre Ästhetik immer wieder aufs Neue berührt.
life
Die Worte Konsum und Besitz lösen generell negative Konnotationen in mir aus. Jedoch
sind sie ja nicht per se schlecht. Dabei gilt für mich persönlich nur eine gewisse Form
dessen als schlecht. Und diesen Unterschied veranschaulicht mir gerade mein
Badezimmerregal Tag für Tag (Stichwort Horten:)).

Generell bin ich eher ein unordentliches Geschöpf, das sich nach und nach zur Ordnung
in gewissen Bereichen brauchte. Ordnung kann mir das Leben erleichtern, mich aber
genauso gut einengen. Die feine Linie dazwischen ist manchmal nur schwer
auszuhandeln. Ich gehe das momentan mit Werten an. So sind meiner Vorsätze besitz’
nur, was du brauchst und vermeide… Richtlinien für Neuanschaffungen.

Die größte Herausforderung liegt dabei für mich in der Gewohnheit.
Ich war einmal ein Menschen, dem gedankenloses Einkaufen und Anschaffen von Neuem
Glück verbringen zu schien. Verschiedenste Cremes, Tiegel, Lidschatten gesellten sich
neben noch mehr Dingen, von denen ich manchmal garnicht wusste, für was ich sie
eigentlich einsetzen wollte. Erst eine rational reflektierende Seite, die aus
Wertvorstellungen heraus entstand, brachten mich zu einer Umorientierung.

Ganz nach dem Motto des letzten Blogeintrages, hab’ ich mal alle meine materiellen
Dinge, die ich so im Badezimmer angesammelt habe, auf einen Fleck vor mich auf den
Boden gelegt. Abseits davon, das mich die Menge schockierte, ist mir dadurch erst
aufgefallen, wie viele Dinge davon ich eigentlich kaum bis nie verwende. Also: Ausmisten!
(Die ein oder andere Freundin darf sich jetzt über Haarspray und Co. freuen;))
life2
Jedoch kommt es mir natürlich auch zugute, dass ich in einem Umfeld lebe, das mir
immer weitere Alternativen anbiete. Und so fange ich nach und nach an, die vielen bunten
Plastikbehälter mit dauerhaften Lösungen zu ersetzen. Das schafft nicht nur mehr
Ordnung um mich herum, sondern gibt auch Raum für völlig neue Dinge. Papa’s
eingestaubter Herrenrasierer bekommt ein neues Aufleben und meine Zähne putze ich mir
aus Zellulose hergestellten Tabletten. Das kleine Stäbchen besteht aus Bambus und wir in
China und Japan zum Ohren putzen verwendet und ersetzt ein Leben lang
Wattestäbchen. Zwar nicht meine teuerste, wiederkehrende Anschaffung, aber den Gang
zum Drogeriemarkt kann ich mir jetzt mit schöneren „Dingen“ ersetzen.

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