Fairwear Fondation

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Fairwear Foundation

 

Die Fair Wear Foundation (kurz FWF, englisch: „Organisation für faire Kleidung“) ist eine Vereinigung verschiedener Akteure, die die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Kleidungs- und Textilindustrie zum Ziel hat. Die Stiftung überprüft, ob die beigetretenen Firmen die Richtlinien der FWF in ihrer Produktion umsetzen. Die 1999 gegründete Organisation hatte 2010 mehr als 50 Unternehmen als Mitglieder, die aus ganz Europa stammen. Die Organisation ist in produzierenden Ländern wie Bangladesch, China, Indien und der Türkei aktiv.

Wir verwenden für unser Label Textilien der Hersteller Continental Clothing und Stella&Stanley, welche innerhalb des System der Fairwear Foundation Leader-Status besitzen.

Für unsere Mützen verwenden wir Textilien der Firma Buttonboss, die ebenfalls Mitglied der Fairwear Foundation ist.

Kodex für Arbeitspraktiken und Arbeitnehmerrechte

Der Kodex der Organisation für Arbeitspraktiken und die Rechte von Arbeitnehmern enthält acht Punkte, die auf den Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beruhen.Die Satzungen der FWF sind für die strengen Bestimmungen zur Vereinigungsfreiheit, Arbeitszeitbegrenzung und zur Zahlung eines existenzsichernden Lohns bekannt.

  • Begrenzung der Arbeitszeit
  • Freie Wahl des Arbeitsplatzes
  • Keine ausbeutende Kinderarbeit
  • Keine Diskriminierung bei der Beschäftigung
  • Rechtsverbindlicher Arbeitsvertrag
  • Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen
  • Versammlungsfreiheit und das Recht auf Tarifverhandlungen
  • Zahlung eines existenzsichernden Lohnes

 

Verantwortung für die gesamte Lieferkette

Die Fair Wear Foundation nimmt auch Verantwortung für die Lieferkette auf sich. So ist jedes Mitglied der Lieferkette nach Ansicht der Organisation (mit-)verantwortlich für die Bedingungen, unter denen das Produkt hergestellt worden ist. Eine Marke, die in Europa Kleidung verkauft, ist nach Auffassung der Organisation auch für die Arbeitsbedingungen bei der Produktion (auch z.B. für die Plantagen) und für den Umweltaspekt des Produkts teilverantwortlich. In den letzten Jahren ist die Verantwortung gegenüber der Lieferkette verstärkt berücksichtigt worden, und zwar sowohl von einzelnen Unternehmen als auch von der Modewelt im Gesamten.

Geschäftsfeld

Bekleidungs- und Textilindustrie

Die Organisation beschränkt seinen Geschäftsbereich auf diejenigen Produktionsphasen, in denen Näharbeit den größten Teil der Fertigung ausmacht. So erhofft sich die Organisation, den größtmöglichen Einfluss für die Arbeiter bewirken zu können. Es handelt sich um die arbeitsintensivste Phase des Produktionsprozesses und die Phase, in der es viele Probleme bei den Arbeitsbedingungen gibt. Effektive Gegenmaßnahmen können hier das Leben von mehreren Millionen Arbeitern beeinflussen.

Geografische Ausdehnung

Zertifiziert werden Betriebe in Bangladesch, Bulgarien, China, Indien, Litauen, Mazedonien, Moldawien, Polen, Portugal, Rumänien, Thailand, Tunesien, Türkei und Vietnam (Stand: 2012).

Zertifizierungsinhalte

Kontrolle vor Ort

Die Organisation überprüft die Einhaltung ihrer Bedingungen vor Ort. Dazu stellt sie bevorzugt Gruppen von Mitgliedern verschiedener Organisationen mit unterschiedlichen Spezialisierungen zusammen. Diese Gruppen bestehen aus Mitgliedern der „local partner networks“ (englisch: örtliche Partnernetze), die die FWF in verschiedenen Ländern gegründet hat.

Für produzierende Betriebe ist es ein Prozess, der zu Verbesserungen am Arbeitsplatz führt (also keine reine Prüfung darstellt). Für Handelsunternehmen und Geschäfte dienen die Besuche als eine Garantie, dass sich die Hersteller laufend bemühen, ihre Verpflichtungen gegenüber der FWF einzuhalten.

Beschwerdenmanagement

Die Organisation hat einen Beschwerdemechanismus für Arbeiter und Außenstehende, der Probleme in der Versorgungskette eines FWF-Mitglieds aufdecken soll.  Das Verfahren dient als ein Sicherheitsnetz. Die Organisation beschäftigt dazu Abwicklungspersonen in den Ländern, in denen sie aktiv ist. Dies ermöglicht es Arbeitern, die bei FWF-Mitgliedern beschäftigt sind, auf sichere und gerechte Art Verletzungen der festgelegten Standards anzuprangern, so dass diese behoben werden. Überprüfung der Organisationsstruktur der Mitglieder

Wenn ein Unternehmen der Organisation beitritt, verpflichtet sie sich auch dazu, den Kodex der Organisation für die Rechte von Arbeitnehmern in seiner Versorgungskette umzusetzen. Das bedeutet nicht nur, dass mit den Fabriken direkt zusammengearbeitet werden muss, um die Bedingungen dort zu verbessern, sondern auch, dass interne Systeme aufgebaut werden müssen, die dort zu anständigen Arbeitsbedingungen führen. Die Organisation besucht jährlich ihre Mitglieder, um diese Systeme und ihre Effizienz zu überprüfen.

 

Transparenz

Um die volle Verantwortung der Versorgungskette wahrzunehmen ist in drei Hauptkategorien Transparenz notwendig: am Arbeitsplatz, im Unternehmen und in der Organisation.
Die Fair Wear Foundation macht Gesamtdaten in Verifikationsaudits öffentlich zugänglich. Die Organisation betreibt Leistungskontrollen der jeweiligen Marken, die die Organisationsstrukturen eines jeden Mitglieds und die Leistungsfähigkeit zum Erreichen der Anforderungen der Organisation bewerten. Die Berichte im Internet abrufbar. Die Organisation informiert örtliche Interessengruppen über Entwicklungen der Organisation, sofern sie diese betreffen. Außerdem legt sie Strategiepapiere und andere Forschungsarbeiten offen und veröffentlicht einen jährlichen Bericht. Die Organisation veröffentlicht Berichte über Beschwerden von Außenstehenden.

Zusammenarbeit

Die Organisation arbeitet mit einer Reihe von Interessengruppen und anderen Organisationen zusammen, um ein nachhaltiges System mit guten Arbeitsbedingungen zu entwickeln. So spielt die Organisation eine aktive Rolle in der Einberufung der Jo-In-Plattform, die die Vorsitzenden der führenden internationalen Ethikinitiativen versammelt (z.B. die Kampagne für Saubere Kleidung, die Ethical Trading Initiative, die Fair Labor Association, die Social Accountability International (englisch: soziale Verantwortung international) und das Worker Rights Consortium). Dies hat zum Ziel, die Arbeitnehmerrechte weltweit anzunähern und für die bessere Umsetzung z.B. von einer existenzsichernden Entlohnung und einer Arbeitszeitbegrenzung zusammenzuarbeiten.

Die Fair Wear Foundation hat unter anderem auch mit folgenden Organisationen Arbeitsgemeinschaften gebildet: Fairtrade International (FLO), UN Women (UN Frauen) und die European Outdoor Group. Solche gemeinsamen Projekte sollen zu einer Annäherung führen und/oder größere und nachhaltigere Ergebnisse bei der Umsetzung von Arbeitnehmerrechten liefern.

Das letztliche Ziel der Organisation ist es, seine eigene Arbeit anständig abzuleisten. Damit die Verbesserung der Arbeitsbedingungen nachhaltig ist, sind strenge Gesetze und ihre Umsetzung, eine gut funktionierende Gewerbeaufsichtsbehörde, eine starke Vertretung der Arbeitnehmer (arbeitsplatzbezogene Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften) und eine konstruktive örtliche, nationale und internationale Zusammenarbeit notwendig.

 

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